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Prozessunterstützung durch Gesundheits-IT: Viel mehr als nur Kostendämpfung

 

Conhit 2014

 

IT-Lösungen in der Gesundheitswirtschaft stehen in dem Ruf, in erster Linie Werkzeuge zur Kostenkontrolle und Erlösoptimierung zu sein. Doch diese Sicht ist grob unvollständig: Werden Versorgungsprozesse in einemKrankenhaus oder auch einrichtungsübergreifend durch IT-Lösungen optimiert, entlastet das die Ärzte und das Pflegepersonal. Die Dokumentation wird weniger fehlerhaft und die Patientensicherheit steigt.

 Berlin, 19. März 2014: IT-Lösungen für die medizinische Dokumentation sind für viele klinisch tätige Berufsgruppen weniger ein Segen als ein notwendiges Übel. „Ärzte beschweren sich, dass sie immer mehr ‚IT machen‘ müssen. Dabei setzen IT-Lösungen häufig nur regulatorische Vorgaben um, die ohne IT viel aufwändiger zu bewältigen wären“, sagt Helmut Schlegel, Abteilungsleiter Informationsverarbeitung im Klinikum Nürnberg. Zusammen mit Dr. Pierre-Michael Meier, stellvertretender Sprecher des IuiG-Initiativ-Rates der ENTSCHEIDERFABRIK, hat Schlegel den Vorsitz der Kongress-Session „Prozessunterstützung durch Gesundheits-IT“ auf dem Gesundheits-IT-Branchentreff conhIT 2014 in Berlin. „Wir wollen den Wertbeitrag darstellen, den medizinische IT-Lösungen leisten. Das lässt sich mit geeigneten Beispielen wunderbar veranschaulichen“, so Meier.

Bei der Codierung hilft Kollege Computer

Ein naheliegendes Beispiel ist die Effizienzsteigerung der klinischen Dokumentation durch den Einsatz von computergestützten Codierungslösungen und Terminologieservern. Solche IT-Lösungen helfen den Ärzten und Medizin-Controllern bei der Erstellung von Diagnoselisten für die Abrechnung im DRG-System: Anhand bestimmter Algorithmen durchforsten sie automatisch die digitale medizinische Dokumentation und liefern Vorschläge für die Codierung insbesondere von Nebendiagnosen, die im hektischen Klinikalltag bei der Dokumentation oft unter den Tisch fallen.

Der Unterstützungsbeitrag dabei ist offensichtlich: „In vielen Fällen werden die medizinischen Unterlagen erst endgültig fertiggestellt, wenn die Rechnung schon längst geschrieben ist. Die Codierung ist dann unvollständig, und das Krankenhaus wird für erbrachte Leistungen nicht wie vorgesehen honoriert“, betont Meier. Die computergestützte Codierung soll dafür sorgen, dass die tatsächliche Leistungserbringung schon zum Zeitpunkt der Rechnungstellung komplett und korrekt abgebildet ist. Das trägt zur Erlössicherung bei und entlastet das Personal von der zeitaufwändigen Nachcodierung.

 Prozessunterstützung erhöht Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie

Auch IT-Lösungen für die Arzneimitteltherapie können einen wesentlichen Unterstützungsbeitrag leisten, und zwar gleich auf mehreren Ebenen. „Eine gut umgesetzte elektronische Verordnung macht eine separate Medikationsvisite überflüssig, die heute noch auf vielen Stationen üblich ist. Das spart sehr viel Zeit und senkt somit die Ressourcenbindung und die Prozesskosten. Außerdem können Wechselwirkungen und Kontraindikationen automatisch erkannt werden, was Arzneimittelkomplikationen verringert und die Patientensicherheit erhöht“, so Meier.

 Besonders kritisch ist bei der Arzneimitteltherapie die intersektorale Schnittstelle, beispielsweise zwischen Krankenhaus und ambulanter Versorgung oder zwischen Krankhaus und Nachsorgeeinrichtung beziehungsweise Rehabilitationsklinik. Hier gehen nicht selten Informationen verloren, und vermeidbare poststationäre Komplikationen drohen. „Mit IT-Lösungen, die für eine geregelte intersektorale Übermittlung der Arzneimittelinformationen sorgen, kann so etwas vermieden werden. In der Breite sind solche Lösungen aber bisher noch nicht angekommen“, betont Schlegel.

 Ein Problem in der Branche ist nach wie vor die mangelnde Ausrichtung an etablierten Standards, die eine intersektorale Kommunikation erleichtern würden. Wie es funktionieren kann, sieht man am Beispiel des kürzlich vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. und von IHE Deutschland publizierten IHE-Cookbooks, mit dem Hersteller und Anwender die Prozesse der interdisziplinären und einrichtungsübergreifenden Gesundheitsversorgung von Standards lösen können. Im IHE-Cookbook wird der Einsatz unterschiedlicher Standards für ein definiertes Anwendungsszenario in so genannten Profilen beschrieben – ohne dabei die Daseinsberechtigung der jeweiligen Standards in Frage zu stellen. Auch dieses Thema wird auf der conhIT 2014 adressiert.

Lösungen zur Prozessunterstützung auf der conhIT 2014

Im Programm der conhIT finden sich zahlreiche Veranstaltungen, in denen es direkt oder indirekt um Prozessunterstützung durch Gesundheits-IT geht. Dazu gehören zum Beispiel

 am 6. Mai 2014

  • Kongress-Session 5: „Komplexe Behandlungsstrukturen im Gesundheitswesen – Hält die medizinische Dokumentation Schritt?“
  • Kongress-Session 8 „IT in der Pflege muss mehr sein als das Bewältigen von Bürokratie“
  • Workshop „IHE – Was sonst?“

 am 7. Mai 2014

  • Kongress-Session 10: „Steigerung der Effizienz durch IT-Prozess-unterstützung“
  • Kongress-Session 9: „Vernetzte Medizintechnik“
  • Seminar der conhIT-Akademie: „Wertbeitrag der IT im Krankenhaus ermitteln und vermarkten“

 am 8. Mai 2014

  • Kongress-Session 16 „Gesundheitstelematik“
  • Kongress-Session 14: „Aktensysteme in Europa“

 sowie an allen conhIT-Tagen diverse Podiumsdiskussionen und Workshops im Rahmen des Networking. Auf der conhIT-Industrie-Messe stellen alle Marktführer sowie zahlreiche etablierte Mittelständler das gesamte Spektrum der Gesundheits-IT vor. Interessierte, die sich schon vor der conhIT über Produkte und Dienstleistungen der Aussteller informieren möchten, können im conhIT-Virtual Market Place auch themenorientiert suchen. Noch bis einschließlich 31. März 2014 können sich Interessierte eine Freikarte für die conhIT-Industrie-Messe sichern.

 Über die conhIT – Connecting Healthcare IT

Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege, der Kassen und Selbstverwaltung sowie an Ärzte, Ärztenetze und Medizinische Versorgungszentren, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Industrie-Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit 320 Ausstellern und 5.980 Besuchern in 2013 zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.

 Die conhIT wird in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V., gmds (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e. V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e. V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e. V. und ALKRZ (Arbeitskreis der Leiter der Klinischen Rechenzentren der Universitätskliniken Deutschland) gestaltet.

 Ansprechpartner für die Presse:

Bundesverband Gesundheits-IT - bvitg e. V.

Alexandra Gersing

alexandra.gersing@bvitg.de

030 / 206 22 58-18

Messe Berlin GmbH

Andreas Dienemann

dienemann@messe-berlin.de

030 / 30 38-2351

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Ansgar Koreng, Matthias Lachenmann (Hrsg.): Formularhandbuch Datenschutzrecht. Verlag C.H. Beck (München) 2018. 2. Auflage. 1042 Seiten. ISBN 978-3-406-69542-1.
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