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Digitalisierung als Chance: Qualität verbessern, Kosten reduzieren

30.03.2018 | eLearning, Digitalisierung

Visualisierte Trainings führen zu Prozessoptimierung in Senioren- und Pflegeheimen

Wie kaum ein anderer Bereich der Gesundheitswirtschaft stehen Pflegeeinrichtungen unter einem enormen Kosten- und Leistungsdruck. Der Zwang zum wirtschaftlichen handeln führt dazu, dass das Management stetig in einem Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit, Qualität und positiver Kundenorientierung steht. Der Anspruch an Behandlungs-/Pflege- und Betreuungsqualität, Modernisierung und Komfort, der Dienstleistungen steigt stetig. Die Kostenträger verlangen ein höheres Leistungsniveau bei konstanter oder gar reduzierter Vergütung. Hinzu kommt das starke öffentliche Interesse an den Leistungen der Branche. Die Behandlung von Menschen unter Kostenaspekten zu sehen, war sicherlich lange Zeit nicht opportun. Prozessoptimierung durch Standardisierung und Visualisierung mittels IT-Unterstützung kann für stationäre Pflegeeinrichtungen ein Instrument sein, durch Ablauf und Kostenkontrolle in einem immer mehr nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten orientierten Gesundheitssystem zu bestehen.

Der nachfolgende Beitrag befasst sich mit Grundlagen des Prozessmanagements, der Standardisierung sowie Visualisierung von Prozessen mittels adaptiven Lernsystemen.

Denken und Handeln in Prozessen, Behandeln und Pflegen in Prozessen

Das Denken und Handeln in Prozessen haben seit langem Einzug in den Pflegealltag erhalten. Auch soziale Dienstleistungsunternehmen bestehen aus Geschäftsprozessen in denen die betrieblichen Aufgaben in Abläufe umgesetzt sind.

Ein Prozess ist eine Kette logisch aufeinander aufbauender Arbeitsschritte mit einem definierten Beginn und definiertem Ende. Ein Prozess kann sich wieder aus mehreren Teilprozessen zusammensetzen, die hintereinander oder auch parallel ablaufen können. Das Ergebnis bestimmt den Wert der Leistung. Rahmenbedingungen wie Gesetze, Verträge, Verhaltensregeln beeinflussen  dabei den Wert der Leistung. Dabei ist es unerheblich, ob sie von Kunden (Preis, Qualität, Hygiene), der Gesellschaft (Umweltschutz), Beschäftigten (Arbeits- und Gesundheitsschutz) oder Kapitalgebern (Wirtschaftlichkeit) kommen. Damit kommt der ‚Compliance’ eine immer grösser werdenden Bedeutung zu. Für den Bereich der Pflegeheime damit dem Healthcare –Compliance - das heißt die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, Richtlinien und Kodizies.

Prozessmanagement – Prozessoptimierung - Visualisierung

Die Prozessorientierung legt das Augenmerk auf den Betreuten, Bewohner oder Patienten und eine optimale Erfüllung der medizinischen und pflegerischen Anforderungen. Prozessmanagement ist dabei die Gestaltung und Optimierung der Prozesse.

Von zentraler Bedeutung bei der Prozessoptimierung ist dabei die Visualisierung von Prozessen der Organisation und des Ablaufs. Prozessvisualisierung ist die graphische Darstellung von Prozessen zur Simulation von Abläufen Die Prozesse müssen so gestaltet sein, dass sie nicht nur Spezialisten, sondern alle Beteiligten verstehen können. Dazu werden die Prozesse analysiert, verschlankt und grafisch dargestellt. Die klassischen prozessbezogenen Lösungsansätze wie Weglassen, Auslagern, Zusammenfassen, Parallelisieren, Verlagern und Beschleunigen, kommen hier zum Tragen. Alle Prozesseinzelschritte müssen auf Ihre Notwendigkeit überprüft werden. 

Die Bedeutung der Prozessqualität im Rahmen der Qualitätssicherung steht außer Frage. Sie ist maßgebend für die Erzielung guter Ergebnisse bei den Kernprozessen  in Gesundheitseinrichtungen, die medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen.

In Pflegeeinrichtungen, deren Dienstleistungen durch einen hohen Grad an Interaktion zwischen MENSCHEN besteht, kann dieses Ziel nur über bestens motivierte, ausreichend informierte und hoch kompetente Mitarbeiter realisiert werden.  Informationstechnologie kann und muss dabei ein wichtiger Part sein, über Standardisierung und Visualisierung unterstützend zu wirken. Doch IT-Lösungen sind häufig nicht nutzerorientiert und schlecht bedienbar. Bedienerfreundliche Lernsysteme über Tablets sind besser geeignet.

Einsatzmöglichkeiten in der Pflege:

  • QM-Systeme, Pflege-Modelle, Hygiene-Schulung
  • Management-Prozesse, z.B. Balanced Scorecard
  • Compliance: z.B. Unternehmensleitbild, gesetzliche Vorgaben

Prozessoptimierungen über visualisierte Trainings bringen einen enormen Nutzwert für Seniorenheim 

  • Die Einfachheit des Systems sorgt für Zeitersparnis, die dann für den Patienten bleibt.
  • Die gewonnene objektive Pflege- oder Behandlungszeit sorgt für eine Verbesserung der Behandlungs-/ Pflegeintensität.
  • Abläufe werden sehr vereinfacht und für die Mitarbeiter verständlich und nachvollziehbar dargestellt.
  • Abläufe werden ‚objektiviert’ und damit nachvollziehbar und ‚kontrollierbar’ gemacht
  • Die Einfachheit des Systems sorgt für Zeitersparnis, die dann für den Patienten bleibt.
  • Die gewonnene objektive Pflege- oder Behandlungszeit sorgt für eine Verbesserung der Behandlungs-/ Pflegeintensität.
  • Die stufenweise Einführung der Trainings führt zu nachhaltigem ‚Lernen’. Aus ökonomischer Sicht kann dies sehr schnell zu finanziellen Einsparungen führen bei überschaubaren Ausgaben.

Fazit

Die Digitalisierung schreitet kontinuierlich voran. Das wir auch immer mehr Seniorenheime betreffen.  Digitalisierung kann hier als Chance gesehen werden, denn im Mittelpunkt steht immer der Mensch, ob als Patient oder als Arzt oder Pflegekraft. Wenn man frühzeitig in die Optimierung von Prozessabläufen investiert behält man einen Gestaltungsspielraum, der diesem Anspruch gerecht wird. Adaptive Lernsysteme unterstützen den Trainingsprozess durch eine konstante Vereinfachung der Prozesse mittels Visualisierungen. Die Einführungen eines ‚Lean-Standards’ muss begleitet werden durch kompetente Menschen, die den visualisierten Prozess selbstbestimmt mitgestalten können. Wichtig ist die Stärkung der Kompetenzen der Mitarbeiter und die Dokumentationsmöglichkeiten derselben durch IT-gestützte visuelle Prozesse. 

Literaturtipps:

Bonski, H., Starnberg, M., (Hrsg.), Prozessmanagement in Pflegeorganisationen, Hannover 2003.

Gadatsch, A., IT-gestütztes Prozessmanagement im Gesundheitswesen, Wiesbaden 2013

Faiß, P., Kreidenweis, H., Geschäftsprozessmanagement in sozialen Organisationen, Baden-Baden 2016.

Huchler, U., Köhl, Ch., Prozessoptimierung in der Reha, in: Krankenhaus Umschau, 6/2004, S. 504ff. 

Die Autoren:

Uwe Huchler, Diplomökonom Univ., ist Chefredaktuer von social-software.de sowie selbständiger Analyst und Berater in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (social-software-consult.uwehuchler.de)

Dr. Mane Huchler ist Medienpädagoge und Geschäftsführer der Visart GmbH (www.visart.de). Visart beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Digitalisierung des Sozial-und Gesundheitswesens und Konzepten zum IT-gestützten Lernen.  Visart hat auf der Didacta 2017 zum dritten mal in Folge den E-Learning Award in der Kategorie "Adaptive Lernsystem gewonnen.

 

 

 

Aktuelle Rezension

Buchcover

David Matusiewicz, Christian Pittelkau, Arno Elmer (Hrsg.): Die Digitale Transformation im Gesundheitswesen. MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft (Berlin) 2017. 355 Seiten. ISBN 978-3-95466-326-2.
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